03.05.2018
Ruhestand nach beinahe 46 Jahren im AKH Viersen


Pflegedienstleiterin Dorothee Böckels:


Auf zwei erfolgreiche Projekte ist Dorothee Böckels bei ihrer Arbeit für das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen ganz besonders stolz: die Zusammenarbeit bei der Versorgung der britischen Streitkräfte und die Fertigstellung des Kinderhauses Viersen im Jahr 2010. Nach mehr als 46 Jahren im AKH geht sie nun in den Ruhestand und blickt zurück auf ihre Arbeit.

 

„Die Briten hatten systembedingt völlig andere Erwartungen an ein Krankenhaus“, erinnert sich Böckels. Das AKH übernahm ab 1993 die medizinische Versorgung der britischen Soldaten und ihrer Angehörigen zunächst teilweise und später vollständig. Böckels war bei der Umsetzung federführend. „Zäpfchen zu geben oder rektale Temperaturmessungen bei Kindern ging zum Beispiel nicht, das ist in England verpönt“, erzählt die scheidende Pflegedienstleiterin. Formulare mussten übersetzt, das Personal in Englisch geschult werden. Hinzu kam die Kontrolle durch ein ausgefeiltes britisches Qualitätsmanagement. „Es war eine sehr interessante, lehrreiche Zeit— die Briten waren mit der Betreuung aufgrund Ihrer Qualitätschecks sehr zufrieden“, erinnert sich Böckels.

 

Ein zweiter Meilenstein für die anpackende Pflegedienstleiterin, die ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester 1972 in der damals noch selbstständigen Kinderklinik St. Nikolaus begann, war die Planung und Etablierung des Kinderhauses Viersen. Böckels und der Chefarzt der Kinderklinik des AKH, Dr. Christoph Aring, wollten schon lange schwerst mehrfach behinderten Kindern ein Zuhause geben. Beide traten über Jahre dafür ein. Der damalige Geschäftsführer des AKH, Gerold Eckardt, unterstützte sie dabei.

 

„Der Bau war für mich ein echter Herzenswunsch“, so Dorothee Böckels, die sich von der Krankenschwester, über die Schichtleitung und Abteilungsleitung der Kinder- und der Frauenklinik bis zur Pflegedienstleitung hocharbeitete. Das Kinderhaus ist heute eine überregional nachgefragte Einrichtung. Wird sie etwas vermissen, wenn sie geht? „Ja“, betont Böckels, „meine Kollegen“.

 

Ihre Nachfolgerin wird die 37-jährige Nadine Lafontaine. Die Schwalmtalerin startete 1999 ihre Ausbildung zur Krankenschwester im AKH und arbeitete zuvor als Bereichsleitung. Sie wurde als „Eigengewächs“ des AKH in einem mehrstufigen Auswahlverfahren ausgesucht. Im Rahmen einer Feier wurde Dorothee Böckels von der Geschäftsführung und den Mitarbeitern jetzt in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.