23.02.2016
AKH Viersen etabliert Tele Stroke Unit: Optimale Versorgung für Schlaganfallpatienten


Das AKH Viersen kooperiert mit der Klinik für Neurologie der Alexianer Krefeld GmbH. Die telemedizinische notfallmäßige Schlaganfallbehandlung im AKH verbessert die Versorgung im Kreis Viersen erheblich.


Wohnortnah, medizinisch fachgerecht und vor allem schnell: Für Patienten im Kreis Viersen mit Verdacht auf Schlaganfall ist das Allgemeine Krankenhaus Viersen (AKH) die erste Adresse. Seit 1. November 2015 hat die Klinik für Kardiologie und Angiologie des AKH Viersen eine telemedizinische Schlaganfalleinheit (Tele Stroke Unit) etabliert und kooperiert dabei mit der Neurologie der Alexianer Krefeld GmbH.
 
„Schon in dieser kurzen Zeit können wir sagen, dass sich die Zusammenarbeit bewährt“, sagt Prof. Dr. Nicolas von Beckerath, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie. Bei der telemedizinisch unterstützten Schlaganfallbehandlung beraten Fachärzte per Videoverbindung in Echtzeit über die Therapie und sind in der Lage, mit dem Patienten auch direkt per Fernverbindung zu kommunizieren. Die Vorteile für die Patienten liegen auf der Hand: schnellere Diagnostik und Behandlung, bessere Überwachung und Kontrolle der Vitalparameter und früherer Beginn von rehabilitativen Maßnahmen. „Der Behandlungsstandard entspricht exakt dem üblicher Stroke Units“, erklärt Prof. Dr. Nicolas von Beckerath. Zudem erhalten die Patienten die notwendige physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Versorgung.

 

Erstmals Etablierung einer Schlaganfalleinheit im Kreis 


Bisher gibt es keine telemedizinische Schlaganfalleinheit im Kreis Viersen, also eine Organisationseinheit zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten. In der Regel fuhr der Notarzt bislang entweder ein Krankenhaus in Krefeld oder Mönchengladbach an, wenn der Verdacht auf Schlaganfall bestand. Jetzt wird wertvolle Zeit gewonnen, denn je früher die Behandlung beginnen kann, desto mehr Hirn bleibt funktionsfähig. Hier kommt es oft auf Minuten an. Nach einem Schlaganfall dürfen maximal viereinhalb Stunden verstreichen. „Wenn der Schlaganfall in diesem Zeitfenster erkannt wird, ist oftmals noch die Lysetherapie möglich“, erklärt Prof. Dr. Nicolas von Beckerath. Die Lyse, eine Art medikamentöser Rohrreiniger für verstopfte Adern, ist eine wichtige Therapieoption bei der Behandlung von frischen Schlaganfällen. Durch eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf ist für bestimmte Fälle eine zusätzliche mechanische Entfernung des Thrombus durch einen Kathetereingriff möglich.
 
Nach der Einlieferung des Patienten wird im Institut für diagnostische Radiologie und Neuroradiologie des AKH Viersen ein CT (Computertomographie) oder MRT (Kernspintomographie) gemacht. Dann wird die Verbindung zum Team der Klinik für Neurologie in Krefeld hergestellt. Hierdurch können Fachärzte 24 Stunden am Tag über Video den Patienten untersuchen und sich mit den Kollegen in Viersen beraten. Für die Schlaganfallbehandlung sind vier Betten im Intermediate Care Bereich der Klinik für Kardiologie und Angiologie vorgesehen. Derzeit wird die neue Einheit nur wochentags von 8 bis 18 Uhr angefahren. Eine 24 Stunden Aufnahmebereitschaft ist geplant.
 
„Wir kooperieren bei der telemedizinischen notfallmäßige Schlaganfallbehandlung mit der Neurologie der Alexianer, die mit dem Standort Tönisvorst seit einiger Zeit auch im Kreis Viersen vertreten sind. Eine Kreislösung ist das Beste zur sehr schnellen und wohnortnahen Versorgung im Kreis Viersen. Aufgrund von Zertifizierungen und der hohen Expertise ist die Neurologie der Alexianer prädestiniert für eine Zusammenarbeit in Sachen Stroke Unit“, sagt Kim Holger Kreft, Geschäftsführer des AKH Viersen.

Das Team der Klinik für Kardiologie und Angiologie des AKH Viersen um Prof. Dr. von Beckerath (Mitte, schwarzes Hemd). Foto: Alois Müller